Bindehautlappenplastik

Bei sehr tiefen, schlecht heilenden oder infizierten Hornhautdefekten ist es manchmal notwendig, den betroffenen Bereich zu chirurgisch säubern und anschließend einen sog. Bindehautlappen in den Defektbereich einzunähen. Dieser Lappen wird aus der Bindehaut, die den Augapfel umgibt, gewonnen und sozusagen in den Defektbereich transplantiert. Durch das Transplantat wird der Defektbereich direkt mit Blutgefäßen, die essentiell für den Heilungsverlauf sind, versorgt und gibt dem verletzten Bereich eine bessere Stabilität. Eine solche Operation ist bei tiefen (mehr als 50- 70% der Dicke der Hornhaut) oder großflächigen, infizierten Hornhautdefekten indiziert. Nachdem der Bindehautlappen vollständig eingeheilt ist, wird im Operationsbereich eine entsprechend große Narbe zurückbleiben. Ob das Auge in seiner Sehfähigkeit beeinträchtigt bleibt, hängt ganz stark von der Größe des Transplantats und der Wundheilung des jeweiligen Patienten ab. Katzen z.B. heilen solche Bereich meist sehr schön mit nur geringer Narbenbildung; Hunde brachycephaler Rassen hingegen neigen häufig dazu, zusätzlich zur Narbenbildung viel Pigment in den operierten Bereich einzulagern, wodurch die Hornhaut zusätzlich an Transparenz verliert.