Augenuntersuchung

Eine vollständige Augenuntersuchung besteht aus mehreren Teiluntersuchungen, die wir Ihnen im Folgenden vorstellen möchten:

Spaltlampen-Untersuchung

Mit der Spaltlampe können fast alle Augenabschnitte mit verschiedenen Lichtquellen und unter 10- (oder 16-) facher Vergrößerung ganz genau untersucht werden. Mit dem Spaltlicht können Veränderungen im Auge ganz genau lokalisiert werden. Um die hinter der Iris liegende Linse vollständig untersuchen zu können, ist es meist notwendig, die Pupillen weit zu stellen. Dies führt bei Hund und Katze (anders als bei uns Menschen) jedoch nicht zu Sichtproblemen und die Pupillenerweiterung hält nur für wenige Stunden an. Manchmal kann es vorkommen, dass die Tiere während dieser Zeit etwas lichtempfindlicher sind.

Schirmer Tränentest

Mit dem Schirmer Tränentest wird die Menge der produzierten wässrigen Tränen gemessen. Hierfür wird ein kleiner Papierstreifen in das Unterlid eingehängt und dort eine Minute belassen. Anschließend wird eine Skala auf dem Teststreifen abgelesen wie weit (Millimeter) sich der Streifen vollgesogen hat. Normale Werte für den Hund liegen bei 15- 25mm/min.  

Fluoreszeintest

Der Fluoreszeintest ist ein besonderer Farbstofftest, mit dem Verletzungen der Hornhaut sichtbar gemacht werden können. Ist die Hornhaut intakt, so bleibt der Farbstoff nicht an ihrer Oberfläche hängen. Liegt eine Verletzung vor, bleibt der Farbstoff in dem verletzten Bereich hängen. Wird ein blaues Licht auf diesen Bereich gerichtet, dann leuchtet der Farbstoff intensiv grün.

Tonometrie

Tonometrie ist die Messung des Augeninnendrucks. Diese wird durch ein modernes Rebound-Tonometer durchgeführt. Das Gerät „schießt“ ein winziges Messköpfchen mehrere Male auf die Hornhautoberfläche und bestimmt über die Geschwindigkeit seines Zurückprallens den Augeninnendruck. Die Untersuchung ist für das Auge völlig ungefährlich und für den Patienten nicht schmerzhaft. Da das Messköpfchen so winzig ist, wird für die Untersuchung nicht einmal ein Lokalanästhetikum benötigt.

Ophthalmoskopie

Die Ophthalmoskopie ist die Untersuchung des Augenhintergrundes. Mit einer Lichtquelle und einer speziellen Linse können die Netzhaut und der Sehnervenkopf beurteilt werden. Um den Augenhintergrund vollständig einsehen zu können, ist es meist notwendig, die Pupillen weit zu stellen. Dies führt bei Hund und Katze (anders als bei uns Menschen) jedoch nicht zu Sichtproblemen und die Pupillenerweiterung hält nur für wenige Stunden an. Manchmal kann es vorkommen, dass die Tiere während dieser Zeit etwas lichtempfindlicher sind.

Gonioskopie

Bei der Gonioskopie wird der Kammerwinkel (siebartige Struktur im Augeninneren, über die das Kammerwasser abfließt) untersucht. Bei Hunden benötigt man hierfür eine spezielle Linse, die (nach der Gabe eines Lokalanästhetikums) auf das Auge aufgesetzt wird. Bei Katzen ist diese Untersuchung wegen geringfügig anderer anatomischer Verhältnisse meist auch ohne eine solche Linse möglich.

Augen-Ultraschall

Wenn eine der vorderen Strukturen des Auges (z.B. die Hornhaut oder die Linse) so stark getrübt ist, dass man mit der Spaltlampe nicht mehr durch sie hindurch sehen kann, ist es möglich, die weiter hinten liegenden Abschnitte mit dem Ultraschall zu untersuchen. Hierfür muss lediglich die Augenoberfläche mit einem Lokalanästhetikum betäubt werden; eine Narkose ist im Normalfall nicht notwendig. Auch wenn der Verdacht auf einen Prozess hinter dem Auge vorliegt, kann der Ultraschall nützliche Informationen bringen.