Wie läuft eine konservative Therapie ab?

Zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung sollten nichtsteroidale Entzündungshemmer angewandt werden. Glucocorticoide (Cortison-Präparate) sind hingegen nicht indiziert. Inzwischen ist durch zahlreiche Studien belegt, dass systemische Cortisongaben weder bei akuten noch bei chronischen Bandscheibenvorfällen vorteilhaft sind, aber entscheidende Nebenwirkungen verursachen.

Die lokale Applikation von Cortison und Lokalanästhetika im Sinne einer Periradikulären Therapie (PRT) kann hingegen in einzelnen Fällen sinnvoll sein. Diese Anwendungen können jedoch erst nach genauer Lokalisierung des Vorfalles durchgeführt werden und sollten Computertomographie-geführt erfolgen.

Als weiteres Medikament kommt häufiger Gabapentin zum Einsatz. Dieses wurde ursprünglich als Antiepileptikum entwickelt. Es zeigt aber v.a. bei Schmerzen im Bereich des Nervensystems (neuropathischen Schmerzen) eine gute Wirkung.

 Ein weiterer wesentlicher Baustein der konservativen Therapie ist die anfängliche Schonung (ca. 2-3 Wochen). Anschließend sollte die Belastung langsam gesteigert werden. Zusätzlich sollte durch intensive physiotherapeutische Maßnahmen der Aufbau der Muskulatur und der Erhalt der Beweglichkeit gefördert werden, ohne den Patienten zu überlasten.
Tritt durch diese Maßnahmen keine Besserung ein oder kommt es unter der Therapie zu einer Verschlechterung, sollte auf keinen Fall zu lange mit einer Operation gewartet werden. Wird das Rückenmark nicht entlastet, kann es zu Dauerschäden kommen, die nicht wieder rückgängig zu machen sind.