Wie läuft eine chirurgische Therapie ab?

Wichtig ist, dass die Operation durch einen erfahrenen Chirurgen durchgeführt wird. Die Operation birgt zwar auch in erfahrenen Chirurgenhänden immer ein gewisses Risiko der Verschlechterung der neurologischen Situation – die Narkose verschlechtert die Blutversorgung vorübergehend weiter und während der Operation kommt es zu unvermeidbaren Manipulationen am Rückenmark. Das kann selbst bei sehr vorsichtiger Operationsweise zu einer neurologischen Verschlechterung führen. Ein unerfahrener oder unvorsichtiger Chirurg läuft jedoch zusätzlich Gefahr, durch direkte Manipulation am Rückenmark weitere Schäden auszulösen. Die Wahrscheinlichkeit dauerhafter Nervenschäden nimmt daher mit steigender Erfahrung und Umsicht stetig ab. Auch ein gutes Narkosemanagement ist für einen solchen Patienten überaus Wichtig. Eine gute Narkoseüberwachung kann Veränderungen z.B. im Blutdruck oder in der Sauerstoffsättigung rechtzeitig erkennen und der Anästhesist kann rasch handeln um vermeidbaren Schäden vorzubeugen.

Das Rückenmark ist durch den Wirbelkanal rundum gut geschützt. Um an das vorgefallene Bandscheibenmaterial heran zu kommen, muss der Wirbelkanal an einer Stelle eröffnet werden. Je nach Richtung des Vorfalls und betroffener Rückenmarksregion (Hals, Brust-Lenden-Region, Lenden-Kreuzbein-Region) ist der Zugang unterschiedlich zu wählen. Bei sehr chronischen Bandscheibenvorfällen ist teilweise eine Korpektomie notwendig.